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Uargh! Oder: Den Kater auskurieren für Fortgeschrittene

by Marten on 4. März 2012 · 0 comments

in Über Treiben

Zum Niedergestreckt und aufgerichtet-sein gehört der Kater ja wie Salz zur Suppe. Und daher ist es unbedingt vonnöten, dass in dieser Kolumne dieses Thema auch mal verfrühstückt wird. Aber nee, nicht, indem ich hier meine eigenen Leiden, die ich zweifelsfrei habe, herauskehre, also euch nur volljammere und dazu der PPD gemäß tieftraurige Musik poste. Lieber gibt es an dieser Stelle eine praktische Anleitung, wie man einigermaßen geschmeidig durch versiffte Sonntage kommt. Im Liveblog – also so live wie es mir irgendwie möglich ist, so schnell kann ich ja heute nicht denken und tippen und so.

13:07 Uhr: Nachkippen

Eigentlich wollte man ja schon um elf Uhr wach sein. Hat eher mäßig geklappt, zu knarzig sah es noch im Kopf aus. Aber ist schon okay, so viel hat man ja nicht zu tun. Und ist es nicht auch mal ganz schön, immer wieder wegzudämmern, nachdem man die Snooze-Taste am iPhone gefunden hat? Und so schmiert man sich das Frühstückbrot, welches mit möglichst vielen frischen Ingredienzien angereichert werden sollte, erst um halb eins. Dazu ganz klassisch viel Wasser, Saft, Kaffee oder, wem es hilft, Bier und Aspirin in der Mischung 50/50. In Sachen Musik würde ich an dieser Stelle das hier empfehlen (danach sollte man wenigstens wach und kommunikationsbereit sein):

13:53 Uhr: Duschen

Nach dem Essen hat man zwei Möglichkeiten: Wieder hinlegen oder duschen gehen. Ersteres geht leicht von der Hand, die Augen fallen einem ja beinahe von allein zu. Was dann auch das Duschen zu einer gefährlichen Angelegenheit macht, es sei denn, man duscht kalt, um wach zu werden.  Lässt man es allerdings mollig warm dröppeln und entweicht der verrauchte Geruch dann den nassen Haaren, ist man schon fast automatisch im Traumland. Da hilft nur smoothe Musik, die auch unter der Dusche mitschunkel- und vor allem mitsingbar ist:

14:41 Uhr: Melancholieren

Die guten Einfälle hat man bekanntlich nach drei Kannen Kaffee, auf Drogen, oder dann, wenn im Umkreis von zehn Kilometern kein Notizblock rumliegt. Die doofen Gedanken hat man sonntags nach drei Bieren zuviel am Vorabend. Irgendwie ist es grauer als am Tag zuvor und gedanklich spielt sich alles zwischen ganz ganz schlecht und mau ab. Optimismus ist mir in geschätzten zehn Jahren Katererlebens noch nie untergekommen. Damit also richtig melancholisch gedacht werden kann, am besten beim Blick aus dem Fenster auf den Innenhof oder an die Decke, die Rauhfasertapete fixierend, braucht es die passende, gutmeinende Hintergrundstimmung (und dann die Decke so hochziehen wie möglich und den Tee an die Nase halten, hmm):

16:29 Spazieren gehen

Irgendwann kommt jede/r Verkaterte an den Punkt, dass er/sie sich einen klaren Kopf wünscht. Meist an dem Zeitpunkt, an dem der letzte Restalkohol aus dem Blut sickert und die Verknöterung, Erschöpfung und sonstwas einsetzt. Aus purem Aktionismus heraus kommt man dann auf die Idee, sich bewegen zu müssen. Und tut das dann auch. Selten in Kleingruppen, meistens zu zweit oder allein. Ist Letzteres der Fall, bieten sich Kopfhörer an. Falls diese wiederum vorhanden sind – hier:

18:46 Pizza und Lindenstraße

Von so viel Bewegung, Gedenke, Übermüdung und Serotoninmangel geprägt will man sich so wenig Fragen wie möglich stellen. Da man aber auch wieder Hunger von dieser ganzen frischen Luft hat und immer noch einen widerlich-trocken verklebten Alkoholmissbrauchmund, dem es nach irgendwas fettigem dürstet, schiebt man sich eine Pizza rein. Oder ruft beim Pizzalieferanten an, wobei ich in solchen Situationen auch eigentlich mit niemand fremden reden möchte. Und weil ich mein Hirn jetzt auch komplett abschalten möchte, lasse ich mich berieseln: mit der Lindenstraße oder damit (und bin dann voll auf Phoebes Linie):

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