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And the Nominees are…

by Marten on 10. Februar 2012 · 0 comments

in Über Lesen

… mir, peinlicherweise und trotzdem zugegebenermaßen, teilweise unbekannt. »» Es gilt also, bis zur diesjährigen Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse noch einiges nachzuholen. Gerne! Wobei, vielleicht dramatisiere ich da auch gerade. Denn an so einem wie Wolfgang Herrndorf konnte man in den letzten Jahren doch kaum vorbeikommen. Für seinen Muster sprengenden Roman “Tschick” (“Wie ein Roadmovie -nur besser”) wurde er bereits letztes Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, hat darüber hinaus noch einige Preise abgeräumt. Und das nachfolgende Werk “Sand” kommt vom Klappentext als durchschnittlicher Spionagethriller daher, entpuppt sich aber, so habe ich mir von wissender Seite aus unterrichten lassen, als fantastisch fieses Spiel des Autors mit seinen Lesern. Die dabei auch noch Spaß haben. Figuren kommen mehrfach und unter verschiedenen Namen vor, und Herrndorf treibt die Handlung nur mit Absurditäten und Missverständnissen voran. Schon bald, so das Credo meines Informanten, ist man nicht mehr in einem Thriller, sondern in einem Roman, der die großen existentiellen Fragen nach Wissen, nach Sicherheit und nach Hoffnung auffährt.

Gefühlt gewonnen hat allerdings schon jemand anderes – zumindest mit Blick auf den Titel. Auf “Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen und anfing zu träumen” von Thomas von Steinaecker (auch vom Nachnahmen her ja eine Zierde) haben wir uns ja schon einmal gefreut. Ganz der Geschichtenerzähler, der er ist, nimmt er sich die sogenannte Realität vor und arbeitet uns in ein “phantastisches Paranoia-Spiel” ein. Dem beinahe gegenüber steht “Ein weißes Land” des Deutsch-Irakers Sherko Fatah, das in den 20er- bis 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts verortet ist und dadurch stark geprägt wird. Dessen Held Anwar, irakischen Ursprungs, zieht es von Bagdad über Berlin bis in die russiche Einöde – und gleicht damit personifiziert die irakische Historie der damaligen Zeit ab. Und dann wäre da noch Jens Sparschuhs Lehre, wie man es nicht machen sollte: In “Im Kasten” lässt er seinen Protagonisten Hannes Felix durch psychotische Abgründe schreiten, in die ihn das plötzliche Ende seines geordneten Lebens führt.

Zusammen ergibt das ein umgreifendes Themenspektrum deutscher Gegenwartsliteratur, das mir lediglich dadurch etwas getrübt erscheint, dass mit Anna Katharina Hahn nur eine weibliche Autoren in diesem Nominierten-Quintett zu finden ist. Da hätte ich mir irgendwie mehr gewünscht. Zumal Hahn mit ihrer Geschichte eines kinderlosen Ehepaars, das sich in der überhitzten “Großstadt” Stuttgart um ihren gebrochenen Nachbarssohn kümmert, wohl, und jetzt wage ich mal einen Schuss ins Blaue, leer ausgehen wird. Denn den Preis, den wird am Ende meiner vagen Prognose nach Herrndorf erhalten. Verdienterweise sicherlich, ich kann das ja leider nur zur Ungenüge sagen und werde mich bemühen, da noch mal nachzufassen. Auch, weil ich doch gerne noch wissen möchte, welche Autoren mir bei den heutigen Nominierung übergangen scheinen. Denn das da, wie immer, noch geschätzt drölf Autoren unsäglicherweise leer ausgegangen sind, ist klar. Es ist, wie es ist: Ein Preis ist zu wenig, fünf Nominierungen sind es eh, und verdient haben es viel zu viele. Besprechen wir sie dann halt hier, nächstes Mal auch intensiver. Versprochen.

Die weiteren Nominierungen des Preises der Leipziger Buchmesse gibt’s nach dem Klick.

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