Wer keine Karte für Florence & The Machine im März bekommen hat, investiert das gesparte Geld am besten in das Album von Beth Jeans Houghton & The Hooves Of Destiny. »» Da lehnen wir uns mal richtig weit aus dem Fenster und zählen „Yours truly, Cellophane Nose“ schon jetzt zu den besten Debüts 2012. Womit wir aber auch schon bei unserem Dilemma wären: Was fragt man die 21-jährige Britin, die einen ganz eigenen Sound zwischen Pop, Folk und Indie gefunden hat, wenn man nur eine einzige Frage hat. Wir könnten wie alle anderen zunächst nach ihrer seltenen Krankheit fragen. Beth Jeans Houghton leidet seit der Geburt an Synästhesie, wodurch ihr Buchstaben als eine Abfolge von Farben erscheinen. Doch auf ihre Musik hat die Krankheit nach eigener Aussage keinen Einfluss, und inzwischen ist Houghton genervt, weil sie ständig auf dieses Thema angesprochen wird. Auch die Frage, warum sie sich so lange Zeit gelassen hat, wo sie nach der EP „Hot Toast“ doch schon 2009 auf der BBC-Watchlist stand, ist überflüssig. Jetzt ist die Platte ja endlich da. Aber wird schon, eine Frage, eine Antwort und woanders weiter. No strings attached. So soll das hier ja schließlich sein.
PAC: Beth, am rechten Handgelenk trägst du ein Huf-Tattoo, und auch bei jedem Mitglied deiner Band findet man diese Tätowierung an irgendeiner Körperstelle. Ist dieses Tattoo eine Bedingung, wenn man dir wirklich nah sein möchte?
Beth Jeans Houghton: Ha, scheiße nein, das sieht jetzt so aus, als würde ich es zur Bedingung machen, damit man bei den Hooves Of Destiny spielen darf, als Zeichen bedingungsloser Gefolgschaft oder so. Tatsächlich war es aber eine Idee, die wir gemeinsam hatten. Ich habe zunächst allein mit der Musik angefangen und dann mit vielen unterschiedlichen Leuten gespielt. Für mich ist das Tattoo ein Zeichen, dass ich endlich eine feste Band gefunden habe. Das sind alles Musiker, mit denen ich noch lange arbeiten möchte, und jeder einzelne hatte einen großen Einfluss darauf, wie das Debüt jetzt letztendlich klingt. Das Tattoo besiegelt unsere Freundschaft, und ich glaube, bis jetzt hat es auch noch niemand bereut. Ich am allerwenigsten.
„Yours truly, Cellophane Nose“ erscheint am 24. 2. via Mute/GoodToGo.
