
Auf der Leipziger Buchmesse waren wir nicht nur ganz groß in puncto Face-To-Face-Interaktion unterwegs, sondern wir haben uns auch Face-To-Camera versucht. »» Und dem Großteil unsererInterviewpartner eine mehr oder minder fiese Frage gestellt, die wir doch mal gerne in Bild und Ton beantwortet hätten. Für die Ewigkeit quasi auf Zelluloid gebrannt, wir können ja auch miese Säcke sein. Aber beruhigend für die Autoren immerhin, dass sie sich durchweg brillant geschlagen haben. Die Clips gibt’s nach dem Klick…
Eine neue Epoche namens PLV-Z5 - für unsere Leipzig-WG wie die Filmecke. Die Konten sind geleert, das Wohnzimmer ist aufgemotzt. Fehlte nur der passende Einstand. Was also anderes schauen als Fritz Langs Krimiklassiker “M – eine Stadt sucht einen Mörder” von 1931 – Langs erster Tonfilm, mit dem unsterblichen Peter Lorre als pathologischem Triebtäter, Theo Lingen als Kriminalkommissar und Gustaf Gründgens als Gangsterboss in den Hauptrollen? Eben. Und der gute Christoph erzählt euch jetzt mal, wieso dieses Werk der Hammer ist und wir jetzt für immer Angst vor pfeifenden Menschen haben werden. Weiterlesen …
Überall wird der zweite Film des bildenden Künstlers und Turner-Preisträgers Steve McQueen geliebt. »» Völlig zu Recht, denn „Shame“ ist ein hochästhetisches wie beklemmendes Psychogramm eines Sexsüchtigen. Auch der Goldene Löwe für Hauptdarsteller Michael Fassbender bei den Filmfestspielen in Venedig geht in Ordnung, denn es ist vor allem seine schauspielerische Leistung, dank der Regisseur McQueen all den Schmerz seines verzweifelten Fickers sichtbar machen kann. Und trotzdem bleiben da nach dem Kinogang noch zwei oder drei kleine Fragen: Was genau willst du uns denn nun eigentlich mit „Shame“ sagen, Steve McQueen? Ist dein Film letztendlich nur ein moralischer Zeigefinger, für den die katholische Kirche jeden noch so hohen Förderbetrag springen lassen würde? Und offenbart sich in dem hochdramatischen Finale nicht ganz platte Schwulenfeindlichkeit? Weiterlesen …
Angefangen hat es mit Kratzern und blauen Flecken. »» Danach kamen Blutergüsse. Und gestern wurde ein Stapel CDs von mir einkassiert, weil ich es gewagt hatte, mich ein bisschen durch die Neuerscheinungen zu hören. Aber es geht nicht anders: Wir bei PAC müssen nun mal für die Leipziger Buchmesse lesen, und da ergibt es durchaus Sinn, dass der eine auf den anderen aufpasst. Zumal es ja auch ein bisschen sexy ist, sich vom Kollegen foltern zu lassen, wenn die Aufmerksamkeit von den Büchern abzuschweifen droht. Grenzwertig wurde es allerdings in der ersten Monatshälfte wegen der Berlinale: Da waren dann schon Stromstöße nötig, um die Filmfestspiele komplett zu ignorieren. Doch immerhin kann ich von der Vergangenheit zehren, erscheint doch im nächsten Monat mit „Ausente“ einer der besten Filme der Berlinale 2011 auf DVD. Merkwürdig nur, wie Marco Bergers zweiter Film, der dann auch den Teddy Award für den besten schwulen Spielfilm gewann, im Programm der Berlinale angekündigt wurde: „Ausente“ thematisiere den „Missbrauch eines Erwachsenen durch einen Minderjährigen“, heißt es dort. Da muss der Programmheftschreiber nach der Hälfte des Films aus dem Kino gerannt sein. Denn in dem argentinischen Drama geht es vielmehr um ein beidseitiges Begehren, das die gesellschaftlichen Normen nicht überwinden kann, um geheime Sehnsüchte und verpasste Chancen. Weiterlesen …

Wir, aber eigentlich auch die ganze Welt, werden ja immer mobiler und so. Ständig flitze ich zum Beispiel zwischen Leipzig und Hamburg hin und her, mache mal ‘nen Abstecher nach Dresden, hänge ein wenig in Berlin ab. Nächsten Monat ist eine PAC-PK in unser aller Lieblingsstadt Timbuktu geplant. Was an sich voll supi ist, versteht mich nicht falsch! Aber Weiterlesen …
Schnell mal ein paar Interna ausplaudern: Auch bei PAC wird gemobbt. »» Mal ist es ein Anrufer mit verstellter Stimme, dann klebt plötzlich ein Post-it-Zettelchen auf dem Bildschirm, und seit neuestem hat es auch SMSe mit ominösem 0190-Absender. Die Botschaft geht aber immer in die gleiche Richtung: Da sind ja nur Musiktexte auf der PAC-Startseite. Oder: Schreib jetzt bloß nicht schon wieder einen Musiktext! Ich vermute ja einen vermeintlichen Lieblingsmenschen aus dem engsten PAC-Umfeld unter der Strumpfmaske, der mich da ins Buch, ins Kino oder womöglich gar ins wirkliche Leben treiben will. Gehen wir also ins Kino, und um der Strumpfmaske wenigstens ein schlechtes Gewissen zu machen, wählen wir das Angebot, das so weit wie möglich vom Feelgoodmovie entfernt ist. Lange suchen muss man da nicht, denn seit Ende Januar läuft ja „Michael“, der Debütfilm von Haneke-Zuarbeiter Markus Schleinzer. Weiterlesen …
Das ist jetzt nicht besonders unique und alles andere als ein spektakuläres Outing, aber: Bei Tom Hanks muss ich kotzen. »» Vielleicht habe ich ihm einfach das homophobe AIDS-Drama „Philadelphia“ nie verziehen. Doch spätestens seit er mit „Forrest Gump“ Maßstäbe gesetzt hat, wie sehr ein Film menscheln und moralisieren muss, um als Oscar-Anwärter zu taugen, steigt mir der Geruch von eitrigem Nacho-Dip in die Nase, wenn ich seine eindimensionale Fresse sehe. Und dann auch noch Sandra Bullock. Soll ich nach dem vermeintlich überzeugenden „Blind Side – Die große Chance“ vergessen, dass sie jahrzehntelang Rotz wie „Während du schliefst“ und „Ein Chef zum Verlieben“ gedreht hat? Aber ich bin da durch und habe mir das desaströse Doppel gegeben, schließlich ging es um die Verfilmung von Jonathan Safran Foers Roman „Extrem laut und unglaublich nah“. Und auch wenn er beim Casting wohl auf Drogen war, zumindest bei Regisseur Stephen Daldry hatte ich ein gutes Gefühl: „The Hours“ war weltklasse, und selbst „Der Vorleser“ ging okay. Weiterlesen …
Früher oder später musste Juli Zehs Bestseller einfach fürs Kino adaptiert werden. »» „Schilf“ bietet eine spannende Krimihandlung, ohne dabei die üblichen Genreklischees zu bedienen. Stattdessen baut Zeh physikalische Theorien ein, die sie mit einem philosophischen Unterbau auch für Laien interessant macht, und am Ende gipfelt alles in den letzten großen Fragen von Moral, Schuld und Gerechtigkeit. Eine Verfilmung hätte Experimente wagen können, indem sie die Sci-Fi-Elemente aufgreift und die Vorlage in einen innovativen Paranoia-Thriller verwandelt. Doch Claudia Lehmanns Film ist so brav, so konventionell und risikofrei, dass er sogar unter dem durchschnittlichen Fernsehkriminiveau bleibt. Weiterlesen …
Für PAC ist Andrew Haighs „Weekend“ einer der wichtigsten Filme, die jemals über Zweisamkeit, Beziehungen und Identitätsangebote gedreht wurden. »» Der Journalist Peter Claus teilt diese Einschätzung, doch nicht ganz zu Unrecht hat er für seinen Jubel auf die Fresse bekommen. Natürlich lobt Claus fragwürdig, wenn er auf getidan.de schreibt: „Schnell ist klar: Das Etikett ,Schwulenfilm’ passt nicht. Die Geschichte von Russell und Glen ist auf jede Zweisamkeit, egal welcher Konstellation, übertragbar, die daraus resultierenden Fragen sind es erst recht.“ Recht hat er damit trotzdem. Weiterlesen …
Man kann sich ein Magazin oder ein Feuilleton mit Filmgeschmack suchen. »» Besser noch findet man ganz konkret einen Kritiker, von dem man sich verstanden fühlt. Aber beides ist nicht leicht, und deshalb vertraue ich seit ein paar Tagen enorm erfolgreich auf die Antilösung: Ich habe da einen Kritiker gefunden, der all das schlecht findet, was mir große Kinomomente bereitet. David Wnendts unglaublich guten Debütfilm „Kriegerin“ über eine junge rechtsradikale Frau hat er mit zwei von sechs möglichen Punkten bewertet. Und jetzt schreibt er über „Drive“, den ersten US-Film des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refns: „Der 80er-Pop, der sich bleiartig über die Szenen legt, die kontrastreichen Bilder in prototypisch amerikanischen Handlungsorten wie Treppenhäusern, Apartments und Schnellrestaurants, in denen Refns Kamera oft länger auf einer Szene verharrt als nötig, die endlosen Pausen zwischen den Dialogsätzen, das künstlich reduzierte Tempo: das alles soll kaschieren, dass Refn nichts zu erzählen hat.“ Weiterlesen …