Post Artcore Logo

Über Lesen

PAC im Festivalstau: Mit der Leipziger Buchmesse sind wir noch lange nicht fertig, schon müssen wir das Aktionsköfferchen für das SPOT am kommenden Wochenende packen. »» Bevor wir aber gen Aarhus aufbrechen, um neue Musik aus Dänemark und umzu zu entdecken, muss der hier unbedingt noch raus: Helmut Kuhn hat einen raffiniert komponierten Berlinroman geschrieben, der sehr viel mehr als nur ein Berlinroman ist. „Gehwegschäden“ funktioniert als politischer Gesellschaftsroman und thematisiert die Suche nach Freiräumen – die in Berlin noch immer leichter zu finden sind als anderswo. Gründe genug, mit Helmut Kuhn über die Großkonzerne zu sprechen, von denen wir alle uns anal und ohne Kondom bumsen lassen. Weiterlesen …

Ausgerechnet die kargen und vermeintlich kunstlosen Sätze von Hanna Lemke machen Hoffnung»» Während sich die 31-jährige Berlinerin in dem Kurzgeschichtenband „Gesichertes“ noch an Liebesbeziehungen rangezoomt hat, die allesamt durch Flüchtigkeit und eine mehr oder weniger gewollte Unverbindlichkeit gekennzeichnet waren, geht es in der längeren Erzählung „Geschwisterkinder“ um eine Bindung, die sich nicht so einfach lösen lässt. Milla und Ritschie sind in ihren Zwanzigern, sie leben beide in Berlin, und wenn es in ihrer Kindheit und Jugend mal so etwas wie Nähe gegeben hat, dann ist sie komplett abhanden gekommen. Doch ganz langsam und ganz vorsichtig kommen sie sich näher – und plötzlich ist da etwas, das gegen das eigene Verschwinden helfen könnte. Weiterlesen …

Wo ist zuhause, Mischa? »» Natürlich kann man mit dem Slampoeten über Berlin und Bielefeld diskutieren. Doch irgendwo dahinter liegen die noch viel größeren Fragen: Mischa Sarim-Vérollet ist 30 geworden, mit Poetry-Slams ist er durch, und jetzt geht es darum, wie es eigentlich weitergehen soll. Here we go, denn Selbstzweifel und Existenzängste gehören schließlich zu den Lieblingsthemen von PAC. Und: Gibt es da draußen nun eigentlich einen Ort, an dem wir hingehören? Weiterlesen …

Leicht ist es immer noch nicht. »» Aber nönönö, keine Angst, wir spielen nicht mit dem Gedanken, zurück zu Mutti ins Heimatkaff zu ziehen. Wir haben nur einen ziemlich guten Roman gelesen, der ein Phänomen beschreibt, von dem wir noch nie gehört hatten, das in Japan aber bereits zum Massenphänomen geworden ist: Hikikomori. In „Ich nannte ihn Krawatte“ von Milena Michiko Flasar treffen ein alter und ein junger Mann auf einer Parkbank aufeinander. Der alte Mann bringt es nicht fertig, seiner Frau zu sagen, dass er seine Artbeit in einem Büro verloren hat. Und der junge Taguchi Hiro ist ein Hikikomori: Er hat sich lange Zeit in seinem Jugendzimmer eingesperrt und den Kontakt mit der Außenwelt abgebrochen, weil er nicht wie sein Vater funktionieren wollte. Weiterlesen …

Bei ihrem Debüt „Millie“ war die Aufregung vorhersehbar: Der stark autobiografisch gefärbte Roman erzählt von der 19-jährigen Collegestudentin Millie O’Reilly, die jede Nacht auf Alkohol, Koks und Ecstasy durch Liverpools Clubszene zieht und kompromisslos ihre sexuellen Bedürfnisse mit Typen und Frauen auslebt. »» Inzwischen ist Helen Walsh Mutter eines zweijährigen Sohns, was sie zu einem weiteren Roman inspiriert hat. In „Ich will schlafen!“ kämpft die junge Mutter Rachel nach der Geburt mit Schlafmangel und Depressionen. Und wo bitte liegt hier das Skandalpotential? PAC hat bei Helen Walsh nachgefragt, warum sie auf der roten Liste der Feministinnen wieder ganz oben steht. Weiterlesen …

Man muss wohl niemandem mehr erzählen, dass Leif Randt mit „Schimmernder Dunst über Coby County“ einen der besten Romane des letzten Jahres geschrieben hat. »» Aber man muss die Übertreiber stoppen, die jetzt wieder vom Lebensgefühl faseln und dem 29-Jährigen zum Erklärer der Generation Wasauchimmer stilisieren. Und das kann niemand besser als Leif Randt selbst. PAC hat mit ihm in Leipzig über Erfolg, Feuilletonrentner und unglückliche Hipster gesprochen. Und darüber, wie es nun weitergehen soll. Weiterlesen …

Höchste Zeit, mal wieder ein paar emotional aufgeladene Worte für Mark Heywinkel zu finden. »» Nicht nur, dass er PAC ein so schönes Zuhause gebaut hat. Nicht nur, dass wir immer mal wieder von Problemen niedergestreckt werden und niemand sonst von hier bis Toronto beim Aufrichten helfen kann. Nein, wir erinnern uns auch noch an die leuchtenden Augen, mit denen er uns von Christopher Kloebles neuem Roman „Meistens alles sehr schnell“ erzählt hat. Ohne Mark Heywinkel hätten wir vielleicht gar nicht vom geistig behinderten Fred gelesen, der an der Bushaltestelle grüne Autos zählt und in der Kanalisation nach Schätzen sucht. Wir hätten auch Freds Sohn Albert nicht kennengelernt, der darunter leidet, dass Fred nur noch wenige Monate zu leben hat und der vor Freds Tod noch unbedingt herausfinden will, wer seine Mutter ist. Wegen der leuchtenden Augen von Mark Heywinkel sind wir mit Fred und Albert in deren Heimatkaff auf Spurensuche gegangen. Und nur für Mark Heywinkel haben wir uns in Leipzig mit dem Autor Christopher Kloeble getroffen. Weiterlesen …

Auf der Leipziger Buchmesse waren wir nicht nur ganz groß in puncto Face-To-Face-Interaktion unterwegs, sondern wir haben uns auch Face-To-Camera versucht. »» Und dem Großteil unsererInterviewpartner eine mehr oder minder fiese Frage gestellt, die wir doch mal gerne in Bild und Ton beantwortet hätten. Für die Ewigkeit quasi auf Zelluloid gebrannt, wir können ja auch miese Säcke sein. Aber beruhigend für die Autoren immerhin, dass sie sich durchweg brillant geschlagen haben. Die Clips gibt’s nach dem Klick…

Tierblut und Sperma

by Carsten on 26. März 2012 · 0 comments

in Über Lesen

Seine Helden heißen immer Benjamin. »» Und sie holen sich gern einen runter. Und wenn in einer Geschichte ein Tier auftaucht, kann man sich ziemlich sicher sein, dass es das Textende nicht erleben wird. Darauf muss man nicht unbedingt stehen, doch PAC würde Benjamin Maack noch ganz andere Neigungen durchgehen lassen, gehört doch sein dritter Textband „Monster“ zu dem besten, was man hierzulande an Kurzprosa zu lesen bekommt. Weiterlesen …

feel.bad.buch

by Carsten on 24. März 2012 · 0 comments

in Über Lesen

Warum soll man sich literaturgewordene Depressionen antun? »» In ihrem dritten Roman „Der kleine Rest des Todes“ erzählt Ulla Lenze (Foto: Laura J Gerlach) von Ariane, die in ihrem Schmerz nach dem Unfalltod des Vaters weit über die Grenze zur Selbstzerstörung hinausgeht: Verwahrlosung, zwei an die Wand gefahrene Beziehungen, Apathie, grenzenloser Egoismus im Leid. „Endlich hat sich mal jemand in einer solchen Situation nicht so benommen, wie es alle erwarten und wie es sein sollte“, jubelt Ulla Lenze im Interview mit PAC. Und wir stimmen zu: Wer ihren Roman erträgt, wird belohnt. Weiterlesen …