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Abgehört 4

by Carsten on 4. Juni 2012 · 0 comments

in Über Tönen

Die von der Lieblingsparty schlafen nie: Kaum war „Albatross“ von den Wild Beasts im Molotowkeller verklungen, ging bei Facebook auch schon die Mis-Shapes-Playlist online. Da haben wir als Vorzimmerdamen es uns leicht und erst mal Wochenende gemacht. »» Aber jetzt legen wir ganz ungeschminkt Rechenschaft ab über die Freitagnacht in der Molotowbar. Ja, da sind Dopplungen dabei. Aber wir können es nicht oft genug sagen: Wir sind ja nicht der Revolverclub. Für uns war es trotzdem SCHÖN. Sehr sogar. Weiterlesen …

Inzwischen kennen wir diese ^^-Haltung, die der eine oder andere überkorrekte Leser hier gerne raushängen lässt. »» Ja, wir lesen die Kommentare jener Leser inzwischen von den Stirnfalten ab und haben schon vorab ein schlechtes Gewissen: Ach, kuck, die bei PAC rennen gerade mit einer Verspätung von sechs Tagen durchs Leben. Stimmt schon, das neue Sigur-Rós-Album „Valtari“ steht bereits seit letztem Freitag im Plattenladen. Trotzdem ist uns das jetzt mal schnurzpiepegal, schließlich sind neue Alben der Isländer stets hochsensible Angelegenheiten. Wir mussten erst mal mit uns selbst klarkommen, weil wir über die sechste Sigur-Rós-Platte nicht nur jubeln können. Und wir haben uns unsere Sensibilität etwas kosten lassen: ganze sechs Tage. Weiterlesen …

Früher hätte es in einem Moment wie diesen bei PAC interne Streitereien gegeben: Schon wieder Musik? »» Sollte da nicht mal ein Filmthema oder ein Buch dazwischen …? Aber mittlerweile sind wir viel entspannter. Warum aus Zwang noch über „Moonrise Kingdom“ schreiben, wo doch schon (völlig zu recht) jedes erdenkliche Lob anderswo zu lesen war und inzwischen (hoffentlich) jeder den neuen Wes Anderson gesehen hat? Und Bücher wird es spätestens dann wieder mehr als genug geben, wenn wir den letzten Stapel von der Leipziger Buchmesse abarbeiten. Momentan wollen wir einfach genießen, dass wir so musikverliebt sind. Wir kommen ja so schon gar nicht hinterher. Der Text zur neuen Sigur-Rós-Platte ist noch nicht mal geschrieben, obwohl die schon seit letztem Freitag in den Läden steht. Aber erstmal ist jetzt wichtiger, von unserer neuen Lieblingsband zu berichten, denn das Debüt von Man Without Country erscheint in drei Tagen. Aus mitreißendem Postrock und epischen Wave-Sounds bauen sie nicht nur einfach herzzerreißende Songs, sie hauen auch so viel Lebenshilfe raus, dass am Freitag bei der Neon Köpfe rollen werden. Wir streiten ja nicht nur ständig, wir trennen uns auch – und werden verlassen. Aber jetzt haben wir Tomas Greenhalf und Ryan James und ihren perfekten Soundtrack für Selbstmitleid und Rachefantasien. Weiterlesen …

In gut zwei Wochen erscheint das neue Album von Hot Chip. »» Es ist ihr fünftes und hört auf den Namen „In our Heads“. Eigentlich meinte man bei dem Londoner Quintett um die beiden Kreativköpfe Taylor/Goddard ja inzwischen vorhersagen zu können, was man erwarten darf – doch auf dem ersten Durchlauf ist die Platte eine Enttäuschung. Natürlich wissen Hot Chip noch immer, wie Popappeal zwischen Elektronik und herkömmlichen Instrumenten geht, nur fehlt auf „In our Heads“ eben die ganz große Clubhymne. Weder die Single „Flutes“ mit ihren rhythmisch zerstückelten Chören und knackendem Rhythmustrack noch das hymnische „How do you do“ oder die unnachgiebige Basslinie von „Night and Day“ scheinen gegen Übersongs wie „Over and over“, „Ready for the Floor“ oder „One Life Stand“ bestehen zu können. Erst nach und nach reift die Erkenntnis, dass wir es doch mit dem bisher besten Hot-Chip-Album zu tun haben – gerade weil kein Track heraussticht, aber alle Songs mit jedem Durchlauf wachsen. Und selbst die Balladen stehen nicht als Skurrilitäten am Tanzflächenrand herum. „Look at where we are“ und das leicht angesoulte „Now there is nothing“ brechen das PAC-Herz. Mal zum Vergleich: Erinnert ihr euch noch an das unsägliche Weihnachtslied „Slush“ vom Vorgänger „One Life Stand“? Da wollten wir natürlich mal nachfragen, wie Hot Chip zu dieser Platte gekommen sind. Womit wir allerdings nicht gerechnet haben: Alexis Taylor nutzt das PAC-Interview, um sich mal so richtig zu beschweren. Weiterlesen …

Mit Maximo Park ist es kompliziert: Das Debüt „A certain Trigger“ war eine ganz wichtige Platte für PAC, bei der es um mehr ging als Musik. »» „Our earthly Pleasures“ hatte dann immerhin noch ziemlich gute Songs, auch wenn uns die Band inzwischen irgendwie verloren gegangen war. Und „Quicken the Heart“ war dann einfach nur noch schlecht. Doch nach drei Jahren Pause beweist die Band um Paul Smith jetzt mit „The National Health“, dass es falsch war, sie schon komplett abzuschreiben. Apropos Paul Smith: Mit dem ist es auch kompliziert – zumindest wenn man es auf einen Quickie abgesehen hat. Wer will Paul Smith auch schon stoppen, wenn der mal loslegt? Wir jedenfalls nicht, aber damit wir im Format bleiben, haben wir ihn auf eine Quickieserie runtergehandelt. Ungefähr so: 20 Fragen, 20 (einigermaßen kurze) Antworten und woanders weiter. No strings attached. Anders ging es nicht. Weiterlesen …

Call me hipster!

by Carsten on 21. Mai 2012 · 0 comments

in Über Tönen

Tut uns leid, jetzt steigen wir bei PAC auch noch in die Hipsterdiskussion ein. »» Dafür aber immerhin komplett unsachlich: Obwohl wir das Debütalbum sehr lieben und ihre Band Friends schon jetzt zu den wichtigsten Newcomern des Jahres zählen, beschimpfen wir Sängerin Samantha Urbani einfach mal als Hipster. Besonders originell ist das natürlich nicht, den Diss hat man auch schon bei anderen gelesen. Trotzdem mussten wir es einfach tun, hatte uns Urbani doch im Interview erzählt, ihr falle in New York zur Zeit kaum etwas Lustigeres ein, als mit ihrem Freund durch die Gegend zu fahren und verdächtig aussehende Menschen als Hipster zu begrölen. Das Erschreckende dabei: Fast allen gefällt das. Und ihre Opfer können das Hipstertum bestimmt nicht so überzeugend schönreden wie Urbani selbst. Weiterlesen …

Der letzte Freitag ist ziemlich ins Geld gegangen: Beach House, Me And My Drummer, Santi und aus alter Gewohnheit vielleicht sogar noch die neue Gossip. »»  Da wäre so ein Fenstertag nicht schlecht, an dem man sich auch den Gang in den Plattenladen schenken kann. Hätte funktionieren können. Das von Danger Mouse produzierte Electric-Guest-Debüt wäre eben erst nächste Woche im Einkaufswagen gelandet. Natürlich lohnt auch der 80er-Wavepop von Still Flyin’, und die israelischen Newcomer Umlala sind alles andere als uninteressant. Cold Specks macht mit Doomsoul ein spannendes neues Genre auf, und We Are Serenades, das neue Projekt von Shout-Out-Louds-Sänger Adam Olenius hat auch so seine Momente. Trotzdem hätte das mit der Enthaltsamkeit funktioniert. Aber jetzt plündern wir doch die Ginkasse und nehmen sogar ein ernüchterndes Wochenende in Kauf. Denn im Plattenladen wartet Lissy! Lissy Lissy! Weiterlesen …

Die Theorien werden immer steiler: „Bei PAC passiert nichts mehr, weil die ihre eigene ,Anal und ohne Kondom’-Überschrift so super finden und die auf immer ganz oben stehen soll.“ »» Wir haben so getan, als hätten wir diese Bemerkung nicht gehört, aber natürlich gab es für die betreffende Person einen ausgewachsenen Akteneintrag. Nur: Was sollen wir hier noch sagen, nachdem wir bereits alle Ausreden und auch die hochemotionalen Bekenntnisse durch haben? Wir lassen diesmal sogar alle Versprechungen, ab jetzt regelmäßig und zuverlässig zu sein. Wir machen das jetzt einfach so. Nur eine Bemerkung, die werden wir uns niemals nehmen lassen: Leicht war es nicht. Und deswegen ist natürlich auch nichts passender, als nach „Anal und ohne Kondom“ mit den bei PAC schon des Öfteren thematisierten Postpartydepressionen wieder einzusteigen. Über PPDs haben wir mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs gesprochen, denn dass Feiern und Möppeln ganz eng beieinander liegen, weiß wohl niemand besser als Orlando Higginbottom. Na denn, alles wird gut …  Weiterlesen …

PAC im Festivalstau: Mit der Leipziger Buchmesse sind wir noch lange nicht fertig, schon müssen wir das Aktionsköfferchen für das SPOT am kommenden Wochenende packen. »» Bevor wir aber gen Aarhus aufbrechen, um neue Musik aus Dänemark und umzu zu entdecken, muss der hier unbedingt noch raus: Helmut Kuhn hat einen raffiniert komponierten Berlinroman geschrieben, der sehr viel mehr als nur ein Berlinroman ist. „Gehwegschäden“ funktioniert als politischer Gesellschaftsroman und thematisiert die Suche nach Freiräumen – die in Berlin noch immer leichter zu finden sind als anderswo. Gründe genug, mit Helmut Kuhn über die Großkonzerne zu sprechen, von denen wir alle uns anal und ohne Kondom bumsen lassen. Weiterlesen …

Abgehört 3

by Carsten on 27. April 2012 · 0 comments

in Über Tönen

Wir können es gar nicht oft genug zugeben: Natürlich haben wir bei PAC auch mit den Playlists angefangen, um uns aus dem Aprilloch rauszuschreiben. »» Aber der eigentliche Grund ist ja der: Die Kapazität von Meine Kleinraumdisko ist begrenzt, wohingegen doch jeder den mumblegate-Chef beim Auflegen sehen sollte. Vor allem gestern, denn da war er zusammen mit PAC die Vertretung für den HipHop-Abend. Und müssen wir es wirklich noch erwähnen? mumblegate war zugleich Boyband, personifizierte Streetcredibility und trotz der leichten Verschiebung in Richtung Sprechgesang auch wieder Indiehipster mit Auskennergeschmack und Trüffelschweinqualitäten. Das können wir hier natürlich nicht zeigen. Aber wir wollen dafür sorgen, dass man ihn lesen und damit dann wenigstens nachhören kann. Und los, ab ins Fettgedruckte! Weiterlesen …